Workshops

den Fuß in die Tür!

Den Fuß in die Tür!

Schreiben und Publizieren.

Das Rundumpaket. Von den Grundlagen professionellen Schreibens wie Plot, Prämisse, Konfliktstruktur, Figurengestaltung, Setting und Stilfragen geht es quer durch die Wirklichkeit und den Aufbau des real existierenden Literaturbetriebs. Wer veröffentlicht was warum? Wie ticken Lektorinnen und Verleger? Welche Rolle spielen Marketing und Zielgruppenanalyse? Wozu brauche ich eine Agentur? Aber auch: Wieso gibt es für jeden guten Text einen Platz in der reichhaltigen Verlagslandschaft?
Die Teilnehmenden lernen, sich selbst und ihren Text zu präsentieren, Exposés zu verfassen, Mappen zu schnüren und Fettnäpfchen zu umschiffen, die unbedingt zu umschiffen sind, will man in Verlagsstuben und Redaktionen ernst genommen werden.
Abgerundet werden alle Formen durch Einblicke in praktische Psychologie und Rhetorik, die man sowohl für die Gestaltung von Figuren und Dialogen wie im wahren Leben auf der Buchmesse, der eigenen Lesung oder beim Fahrstuhl-Pitch brauchen kann.

Buchprojekte realisieren

Buchprojekte realisieren

Das eigene Schaffen beurteilen lernen.

Die Werkstatt. In diesem Seminar werden mitgebrachte Texte und Buchprojekte gemeinsam inhaltlich, konzeptuell und sprachlich auf Vordermann gebracht und darauf geprüft, ob und für wen sie interessant sein könnten. Am Ende der Analyse und der eingehenden Überarbeitung ist das geplante Projekt entweder verkaufsfähig oder der Arbeitsprozess führte zu der Erkenntnis, es doch ganz anders zu versuchen.
Am Ende steht in jedem Fall die Hoffnung: Wenn die Qualität stimmt, findet jedes Buch seinen individuell richtigen Weg.
Das Seminar hilft dabei, das eigene Können richtig einschätzen zu lernen und gibt das nötige Handwerkszeug, um die Fähigkeiten zu verbessern. Dabei ist die Orientierung immer eng am potentiellen Produkt. Handelt es sich wirklich um einen Roman oder doch eher um eine Autobiografie? Wäre das Thema als Sachbuch besser erzählt? Und was zum Teufel macht noch gleich Hochliteratur zu Hochliteratur?

Nah am Nachwuchs

Nah am Nachwuchs

Schreiben für Kinder und Jugendliche.

Die Zielgruppenanpeilung. Jugendliteratur ist im rasanten Wandel. Inklusion, Migration und soziale Medien führen zu einer völlig neuen Situation in der Schule und erfordern niederschwelligere Lektüren. Im weiten Feld zwischen der sogenannten einfachen Sprache und dem klassischem Jugendbuch entwickeln die Verlage frische Zwischenformen und Marktsegmente. Teile des jungen Publikums verlangen nach Stoffen, die ihren Alltag im Netz sowie die dramatischen Prinzipien von Netflix-Serien oder die Sprachspiele des Hiphop aufgreifen. Andere wiederum wollen jetzt erst Recht die Flucht in ausführlich inszenierte Fantasiewelten.
Dieser Workshop zeigt, wie sich die Jugend zwischen 10 und 18 Jahren auf all diesen Ebenen tatsächlich erreichen lässt - auf Basis der Erfahrung vieler Romane, die bereits Unterrichtsstoff sind, sowie bislang mehr als 750 Auftritten in Schulen, bei denen sich aus erster Hand erproben lässt, wann die Jugend einem etwas abkauft.

Kill your darlings!

Kill your darlings!

Die Kunst des Kürzens.

Die Überwindung. Wer beim Gedanken, sein geliebtes Werk radikal straffen zu müssen, Schweißausbrüche oder Trotzgefühle bekommt, ist in diesem Kurs richtig. Als Schriftsteller in der Unterhaltung, Journalist für viele Formate sowie Werbetexter in Wirtschaft und Kulturbetrieb hat Oliver Uschmann nach rund 250.000 Seiten eines gelernt – nur die Fähigkeit, zu streichen, unterscheidet den Profi vom Amateur. Dabei ist es erstaunlich, wie viel Löschung ein Text verträgt und welche Zeichenmengen allein dadurch eingespart werden können, dass man Füllwörter, Phrasen oder Erklärungen des ohnehin schon Offensichtlichen erkennt.
Darüberhinaus vermittelt der Workshop die Fähigkeit, den eigenen Text auf den Operationstisch zu legen. Welche Szenen können, ja müssen fliegen? Welche Figuren sind unnötig? Wie erkenne ich, ob mein Plot auch auf der Hälfte des Raums funktioniert? Am Ende steht die Erkenntnis, dass jeder Text an Größe gewinnt, wenn er an Umfang verliert.

Ich spreche, also bin ich

Ich spreche, also bin ich

Kommunikation und Rhetorik.

Das Training. Für den Alltag. Für den Beruf. Für das bessere Verständnis des eigenen Auftretens und sogar des eigenen Lebenslaufs mit all seinen seltsamen Selbstsabotagen. Sprache ist mehr als nur ein Instrument zur Abbildung der Wirklichkeit: Sie erschafft sie erst. Wie wir die Dinge benennen und vor allem, wie wir anderen in der Kommunikation begegnen, entscheidet über unsere Rolle in der Gemeinschaft, unser Selbstverständnis und unsere Weltsicht. Wie gebe ich mich tagtäglich? Warum rufen mich die einen mit Spitznamen und andere nicht? Wie begegne ich Kollegen und Freunden und warum werde ich wahrgenommen, wie ich wahrgenommen werde?
Anhand vorbereiteter Szenen und individueller Erfahrungswerte wird trainiert, wie das neue Wissen gewinnbringend in die Praxis überführt werden kann. Dabei kommen auch die nonverbalen Signale der Gestik und Intonation sowie effiziente Tricks aus dem Handwerkskoffer der Suggestion zur Sprache.

Das Skript des Lebens

Das Skript des Lebens

Transaktionsanalyse für die Figurengestaltung.

Die Psychologie. Die von Eric Berne entwickelte Transaktionsanalyse beschäftigt sich mit den Ich-Zuständen des Menschen und gibt Auskunft über die vielen Möglichkeiten, wie ein einzelnder Dialog oder eine längere Beziehung zwischen Menschen sich ausformen kann: Im echten Leben wie in der Fiktion. Das Konzept der Spiele, die Erwachsene miteinander betreiben, bietet ein Füllhorn an Optionen für Drama oder Komödie. Ehespiele, Sexspiele, Partyspiele, Familienspiele. Rollen, in die man sich immer wieder hineinbegibt. Selbstsabotagen. Konflikte, die für beide Seiten schlecht enden und nach denen dennoch alle Akteure seltsam süchtig sind, denn ihr Spielgewinn liegt darin, das Drehbuch des eigenen Lebens, das sogenannte Skript, immer wieder bestätigt zu bekommen.
Das Seminar stellt sämtliche entscheidenden Begriffe und Mechanismen der Transaktionsanalyse vor und macht sie in zahlreichen Übungen für die Figurengestaltung fruchtbar.

Der Meisterbäcker

Der Meisterbäcker

Praxis und Schreibweisen des Journalismus.

Der Einblick. Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Wer sich in den Journalismus begibt, arbeitet schnell als eilfertiger Auftragskonditor oder schiebt nur noch unter Zeitdruck fertig angelieferte Teiglinge der Agenturen in den Ofen.
Wer ganz ohne Skrupel ist, fabriziert im Boulevard künstliche Sensationen oder legt Unterwasserbomben, um Empörungswellen zu erzeugen.
Wer ein Gewissen hat, schreibt für profilstarke Nischenmagazine, muss sich aber auch dort der Programmatik, Schreibweise und Zielgruppenerwartung des jeweiligen Milieus anpassen.
Gute Geschichten zu bauen, lässt sich für alle Fälle lernen. Die wahre Kunst liegt allerdings darin, zu erkennen, dass auch man selbst sein bisheriges Leben in einer Filterblase verbracht hat. Sämtliche Wahrheiten über Bord zu werfen und tatsächlich ergebnisoffen und investigativ zu arbeiten, selbst wenn einem das Ergebnis nicht passt, zeichnet den Meisterbäcker aus.
Dieser Kurs zeigt, wie das gehen kann. Auf eigene Gefahr.

Realität für Germanisten

Realität für Germanisten

Berufsfelder kennenlernen.

Die Vorbereitung. Fragt man Studierende der Germanistik nach ihren Wunschberufen, bekommt man meistens die gleiche Antwort. Journalismus, Fernsehen, Theater, Lektorat oder gar Schriftstellerei. In den Medienbetrieb soll es gehen oder wenigstens in die Kulturhäuser des Landes; nur wenige streben eine wissenschaftliche Karriere an. Leider ist alles gleich hart: Die Lektorate der Verlage werden von Quereinsteigern besetzt, der Zugang zu Redaktionen abseits der Lokalpresse bleibt einer Minderheit vorbehalten. Doch selbst, wenn der Schritt in den Traumberuf gelingt, entpuppt sich dieser doch als ganz normaler Job und Handwerk.
Zeit also, mittels dieses Seminars zwei Wirklichkeiten in den Schutzraum Universität zu tragen. Erstens: Wie wenig glamourös die Realität der Traumberufe tatsächlich aussieht. Zweitens: Was man als Germanist zum Broterwerb tun kann oder tun muss, falls die Türen zum Wunschberuf versperrt bleiben.

Der Proceß in der Forschung

Der Proceß der Forschung

Kafka lesen.

Das Fachseminar. Rund 55.000 Veröffentlichungen ranken sich um das Werk Kafkas, ein Großteil davon zu seinem wichtigsten Roman(-fragment) Der Proceß Anhand exemplarischer Beispiele wird gezeigt, wie sich die Deutungsflut in wenige Kanäle umleiten lässt, hat man den Markt der Meinungen einmal zu lesen gelernt. Welche Ansätze und Absichten verfolgen die Interpreten? Legen sie Kafka auf die Psychologen-Couch, dechiffrieren sie seine Ästhetik oder feiern sie ihn als subversiven Stachel im Fleisch der bestehenden Ordnung? Das Seminar zerstört die Illusion einer interesselosen Interpretation und gibt Einblick darin, wie Literaturtheorie gemacht wird. Es ist Literaturwissenschaft und Erklärung der Literaturwissenschaft in einem. Zudem kommen bei der Lektüre des Romans nicht nur die ihn flankierenden Deuter zu Wort, sondern auch Kafka selbst. Einblicke in seine Lebenspraxis stellen Bezüge zu heute noch gültigen Schreibproblemen her und zeigen den Säulenheiligen als Mensch.