Zweihundert heimliche Werke

Zweihundert heimliche Werke

Zweihundert Werke, die nie jemand sah ...

... und auch nie sehen wird. Projekte von Sylvia Witt.

Gibt es ein Geräusch, wenn ein Baum im Wald umfällt, doch niemand hört es? Wenn es jemand hören muss, um zu existieren, reicht da, wenn es von einem Lebewesen gehört wird, oder müssen es mehrere sein oder gar nur Menschen?
Wann ist ein Kunstwerk ein Kunstwerk? Nur wenn andere Menschen es wahrnehmen konnten? Und wenn ja - reicht da nicht am Ende der Kunstschaffende allein? Der ist in der Regel auch ein Mensch.
Doch die Rezeption spielt eigentlich nur eine untergeordnete Rolle, denn per Definition ist ein Kunstwerk das Erzeugnis künstlerischen Schaffens und Kunst das Ergebnis eines kreativen Prozesses.
25 Jahre heimliches Kunstschaffen; im Schnitt rund alle sechs Wochen je ein zusätzliches Werk, das nie jemand als solches bemerkte. Die Vorbereitungen dauerten meistens erheblich länger, manche Werke wurden und werden über Jahre hinweg erschaffen. Somit entstanden viele der mittlerweile weit über 200 Werke parallel.
Wenn sie Teil der Umwelt werden sollten, wurden stets Materialien genutzt, die vergänglich sind, schnell verrotten und sich in ihre Bestandteile auflösen können.
Viele hätten entdeckt werden können, bzw. könnten es noch. Aber ohne die Rahmung als Kunstwerk ist das unwahrscheinlich. Ebenso wie bei dem hier abgebildeten Air Package von Christo im Gasometer in Oberhausen 2014. Ohne Rahmung als Kunst wäre das großartige Werk unsichtbar geblieben. Die Rolle der Rezeption bleibt also doch fraglich.
Die hier folgenden Bilder wurden überwiegend nach einer Aktion geschossen, wobei darauf geachtet wurde, dass weder der Ort noch die jeweiligen Werke zu dechiffrieren sind. Gab es die Aktion mehrfach, befindet sich hier trotzdem nur eines dieser Bilder.